REISEN: BANGLADESCH. REISE IN EINE ANDERE WELT

Es ist immer wieder spannend ferne Länder zu bereisen, in fremde Kulturen einzutauchen und Dinge zu entdecken, die man sonst selten zu sehen bekommt.

Wer hätte gedacht, dass ich einmal nach Bangladesch in Südasien reise. Sicher nicht das Urlaubsreiseziel, an das man bei der Urlaubsplanung als erstes denkt. Doch Dank meines Jobs als Stylistin ergeben sich manchmal eben solche Gelegenheiten, wie zum Beispiel für das Goetheinstitut, für die ich sehr dankbar bin.

Bangladesh liegt am Golf von Bengalen in der Nähe von Indien. Es besteht hauptsächlich aus flachem Land mit sumpfigen Bereichen am großen Delta von Ganges und Brahmaputra. Die Hauptstadt Dhaka hat, mit einer Fläche von 270 km², unglaubliche 6.724.976 Einwohner. Das habe ich natürlich sofort zu spüren bekommen. Auf dem Weg vom Flughafen quetschten wir uns durch unglaubliche Auto-, Rikscha-, Bus- und CNG-Kolonnen, die mit ohrenbetäubendem nichtendenden Hubkonzert im Millimeterabstand aneinander vorbeischlichen. Auf den ersten Blick ein absolutes Chaos, doch schon am zweiten Tag ließ sich dahinter irgendwie eine Ordnung erkennen, denn Unfälle habe ich in der Zeit dort kein einziges Mal gesehen.

Der Flug nach Dhaka dauert etwa 12 Stunden. Reist man im deutschen Herbst in das Land, landet man nach Ende der Monsunzeit im Hochsommer mit fast 75% Luftfeuchtigkeit bei 35°C und somit leider auch in der Mückenzeit. Ich war natürlich vorbereitet und habe mir einen ordentlichen Vorrat an diversen Antimückensprays und Salben mit auf die Reise genommen. Denn gerade die tagaktive Denguemücke ist recht gefährlich, hat man Pech kann sie das heftige so genannte „Knochenbrecherfieber“ auslösen.

An die hohe Luftfeuchtigkeit musste ich mich auch erst einmal gewöhnen. Am dritten Tag habe ich es dann auch endgültig mit meiner Naturkrause aufgegeben mein Pony glatt zu halten.

Die Stadt an sich ist stark bebaut. Die Häuser sind einfach, recht trist und schmutzig, was aber sicher der hohen Luftfeuchtigkeit und den Abgasen der Fahrzeuge zu schulden ist.
Aber vielleicht gerade deshalb fallen einem die wunderschönen und farbenfrohen Outfits der Frauen so ins Auge. Saris und Salwar Kameez in den tollsten Farben und prächtig verziert. Genau so bunt, wie die kunstvoll handbemalten und schillernden Rikschas, die sich laut klingelnd durch die Straßen Dhakas quetschten. Daran konnte ich mich einfach nicht satt sehen.

Nicht nur bei den Outfits, sondern auch beim Essen konnte man die indischen Einflüsse gut erkennen. Herzhaft, würzig, duftend nach Gewürzen und vor allem scharf. Der Hauptbestandteil ist Reis, dazu Fisch, Fleisch, Gemüse und Soßen in allen Variationen. Gegessen wir hauptsächlich mit den Händen. Sehr sehr lecker und natürlich für uns Europäer wahnsinnig scharf.

Die tollsten Impressionen für mich gab es in der Old Dhaka, der Altstadt der Hauptstadt von Bangladesh. Hier konnte man das Leben entdecken, wie es in der Millionenmetropole wirklich ist. Menschen über Menschen quetschten sich durch die engen Gassen und gingen ihrem Handwerk oder Taglohn nach. Business- und Geschäftstreiben überall. Auf den riesigen Märkten wurden allerlei spannende Dinge angeboten. Von Fisch, über Obst, Gemüse, ganze Tiere, prachtvolle Tücher und Gewänder bis hin zu den duftendsten Gewürzen. Hier wurde angepriesen, gefeilscht und gehandelt. Und alles wieder begleitet vom lauten Geklingel der Rikschas, das fast einem Klangteppich gleich kam.

Für uns Europäer wohl sicher eine Reizüberflutung, so viele Farben, so viele Menschen, Gerüche, Impressionen und so viel Lärm. Um hier leben zu können, muss man wohl hier geboren sein.

Ich bin froh und glücklich, das brodelnde und bunte Leben in Dhaka gesehen zu haben. Aber noch ein bisschen froher bin ich nach Hause zurückzukehren, wo der Lärmpegel nun so gesehen, wirklich nur noch relativ ist.

Alles Liebe

Fotos: Guido Werner

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