TIPP: BERLIN FOOD WEEK, MARIA GROSS UND EINE GRÜNE GLASGURKE. PLUS MARIAS TATAR-REZEPT.

Ich stehe auf der Berlin Food Week am Stand der Farbglashütte Lauscha und halte eine fröhlich grün glitzernde Glasgurke in der Hand. Ich muss zugeben, ich als Thüringer, weiß nicht so richtig, was ich mit dem ungewöhnlichen Weihnachtsbaumschmuck anfangen soll. Doch Rita Worm, CEO der Elias Glashütte, erklärt mir die Tradition, nach der die Kinder am Weihnachtsabend die Gurke am Weihnachtsbaum suchen müssen und der sie gefunden hat, als erster seine Geschenke öffnen darf. Eine skurrile aber dennoch lustige Tradition um das grüne Gemüse, die ich bisher noch nicht kannte.

Auf der Berlin Food Week gibt es aber weitaus mehr als glitzernde Christbaumgurken. Alljährlich verwandelt sich Berlin in eine riesige Küchenparty. Spitzenköche kreieren Menüs, Start Ups stellen neue Produkte und Kreationen vor und Gourmetbegeisterte können eine Woche lang alles rund um das Thema Food erfahren und sich durch dessen wunderbare Welt kosten.

Im House of Food, werden nicht nur leckerste Gerichte serviert, sondern es bieten sich noch zahlreiche andere bekannte und unbekannte Geschmackserlebnisse. So probiere ich gefriergetrocknetes Obst, trinke Superfood-Drinks, esse Algeneis welches mir Gesundheit und Jugend bringen soll und schaue mir an, wie ich Salat und Superfood Zuhause selbst anbauen kann.

Ich bin ganz verzaubert von der duftenden Rosenmarmelade, dem natürlich aromatisierten Popcorn, der Schokolade ohne Zuckerzusätze, den Smoothies und finde mich schließlich in einer Menschentraube rund um den Stand der Thüringer Landfleischerei Kirchheiligen wieder. Angelockt vom Duft tollster Wurstspezialitäten, können auch andere Besucher kaum genug vom Gourmet-Rinderschinken, welcher zart mit Rapsöl beträufelt wurde, bekommen.

Nach Mexiko 2016 ist Thüringen in diesem Jahr Gastland auf der Berlin Food Week, was durch die Förderung des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft und die Zusammenarbeit mit der Thüringer Tourismus GmbH erst möglich wurde.
Deshalb sind neben der Farbglasshütte Elias auch noch weitere tolle Partner aus Thüringen mit ihren innovativen Produkten und aktuellen Trends, gepaart mit Thüringer Tradition, im alten Kaufhaus Jahndorf zu Gast.

So stellt Eschenbach Porzellan seinen Cooking Pot aus Porzellan vor, der auf jeder Kochfläche zum Garen verwendet werden kann. Kahla Porzellan lädt mit seinem Magic Grip Coffee To Go Becher „Cupit“ zum nachhaltigen Kaffeegenuss für Unterwegs ein. Die Elias Glashütte verbindet in Kooperation mit der Bauhaus Universität Weimar, traditionelles Thüringer Grünglas und modernes junges Design Weimarer Studenten in ihrer „Serie 1200°“. Auch das Weingut Bad Sulza, die Agrargenossenschaft Kirchheiligen mit ihrer nachhaltiger Landwirtschaft und die Goldhelm Schokoladen Manufaktur aus Erfurt, zeigen wie modern und qualitativ hochwertig Thüringer Produkte und seine Ess- und Tischkultur sind.

Auch Maria Groß aus Thüringen ist extra nach Berlin gereist, um zusammen mit fünf weiteren Spitzenköchinnen den Gästen der Food Clash Kanteen, unter dem Motto „Frauenwirtschaft“, erlesene Gaumenfreuden zu bereiten.

Sophie Manche und Michael Braun von der Bauhaus Universität mit ihren Schalen Umschwung in Kooperation mit der Elias Farbglashütte Lauscha

Nachhaltiger Coffee To Go Becher CUP IT aus Porzellan von Kahla Porzellan

Thüringer Weingut Bad Sulza

Agrargenossenschaft Kirchheiligen mit Wurstspezialitäten aus nachhaltiger Zucht

Cooking Pot aus Porzellan von Eschenbach Porzellan

Food Clash Canteen – Frauenwirtschaft

Das alte Kaufhaus Kahndorf bietet dafür eine traumhafte Location. Der morbide Charme, des in die Jahre gekommenen Gebäudes, gepaart mit der hochwertigen Ausstattung der Workshop- und Kochinsel in dessen Atrium, könnte keine bessere Kulisse für den perfekt durchgestylten Event bieten.
Am Empfangscounter stehen Hostessen, die einem Fashion-Photoshoot entsprungen sein könnten und leiten die Gäste ins Innere. Schon beim Betreten umgibt einen eine ganz besondere und wunderbar entspannte Atmosphäre. Alles ist so liebevoll und durchdacht dekoriert und so stilvoll illuminiert, dass man sich von der ersten Minute an wohl und zugleich inspiriert fühlt.

Wir sitzen an großen Holztischen, die mit Blumen in goldfarbenen Vasen und Stoffservietten eingedeckt sind, trinken Wasser aus Porzellanbechern in Blautönen und beobachten das emsige Treiben auf der Kochinsel. Lounge-Musik läuft dezent im Hintergrund. Das Menü können wir auf kleinen Kärtchen nachlesen, die zu einer Art Fächer gebunden sind. So liebevoll gestaltet, dass es ganz sicher so manch einer als Souvenir mit Nachhause nimmt.

Wir genießen jeden einzelnen Gang und lassen unseren Gaumen von Lachs in Ingwer, Mezze, Broiler „New Style“, Torta mil Hojas und Berliner Soljanka der fünf Spitzenköchinnen Caroline Grinsted, Haya Molcho, Michéle Müller, Sonja Baumann und Laura Villanueva Guerra verwöhnen und freuen uns natürlich ganz besonders über den dritten Gang von Maria aus der Bachstelze bei Erfurt.

Maria, die in Straußfurt geboren ist, beschreibt ihren Gang, das Tatar mit Chia und Zitrone, als sehr „bodenständig“, den sie jedoch durch seine Purheit und nur wenige Zutaten modern in Szene gesetzt hat. Verwendet hat sie, bis auf den Chia, nur heimische Produkte. Wie die Lachsforelle, die eigentlich jeder bequem von Forellenhöfen aus der Umgebung beziehen kann, so Maria. Die Birnen für das Sorbet und die Kürbisse stammen ebenfalls aus der Region.

Auch in der Bachstelze sind Marias thüringischen Wurzeln unverkennbar. Sie mag es gern herzhaft und gut gewürzt, lässt sich aber auch von „Draußen“ inspirieren, was ihre modernen und frischen Kreationen so besonders macht.

Food Week Rezept von Maria Groß

Wenn ihr jetzt Appetit und Lust bekommen habt, ihren Tatar einmal nach zu kochen, habe ich hier direkt von Maria das Rezept für euch.

Das braucht ihr für Marias Tatar:

frische Lachsforelle, 2 entgrätete Fischseiten
kalt gepresstes Sonnenblumenöl
geröstete Pinienkerne
Abrieb einer Bio Zitrone
Fleur de Sel

So geht’s:

Die Forellenseiten von der Haut entfernen und mögliche Gräten aus dem Fisch ziehen.
Den Fisch klein zu Tatar schneiden, auf gar keinen Fall hacken (Tipp von Maria! Denn sonst tritt das Fischprotein aus und der Fisch wird klebrig). Nun alles mit ein paar Tropfen kalt gepresstem Sonnenblumenöl, den Pinienkernen, dem Zitronenabrieb und dem Flur de Sel aromatisieren, gut verrühren und mit selbst gebackenem Brot servieren.

Aber noch einmal zurück zur Food Week.
Ich schlendere noch ein wenig durch die Gänge, nehme einen Schluck vom Signature Drink, einem Dry Apple Martini mit natürlich Thüringer Kümmel und überlege, warum ich als Thüringer bisher die Gurken-Christbaum-Tradition nicht gekannt habe. Auch Maria hat bis zu meiner Erzählung noch nie etwas über den Brauch gehört. Thüringen hat so viele wunderbare Traditionen, Produkte, Orte, Menschen und Kreationen. Die Manufakturen sind wirklich einen Besuch wert, denn man hat manchmal sogar die Möglichkeit einen Blick direkt in die Produktion zu werfen oder ein paar Schätze im Werksverkauf zu ergattern.

Mit der glitzernden grünen Gurke aus Lauscha im Thüringer Wald überlege ich noch ein wenig. Vielleicht schafft sie es ja zu Beginn des kulinarischen Jahres 2018 doch noch an meinen Weihnachtsbaum.

Alles Liebe

Fotos: ich

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